Mittwoch, 13. August 2008

Verlieren oder vermissen

Bloss weil man etwas verloren hat muss man es nicht automatisch vermissen. Viele ehemalige Bekannte, Kollegen und Schulkollegen habe ich aus den Augen verloren, ein paar habe ich auf XING wieder gefunden, von den übrigen erinnere ich mich teilweise nicht mal mehr an den Namen. Vermissen tue ich deswegen nichts.
Heute habe ich meinen Schlüsselbund kurzfristig verloren geglaubt und ihn gleichzeitig sehr vermisst. Nicht in seine Wohnung zu können ist ärger als den Namen des Kollegen vergessen zu haben, den man jahrelang täglich gegrüßt hat.
Etwas zu verlieren ist oft gar nicht so übel, aber es zu vermissen - das ist arg! Im Laufe eines Tages kann man ein vollgerotztes Taschentuch, zwei Kaugummis, einen Zettel mit einer kryptischen Notiz und ein paar andere Sachen verlieren ohne sie jemals zu vermissen. Verloren habe ich bestimmt allerhand, aber ich vermisse wenig. Meine Ex-Frau vermisse ich zum Beispiel überhaupt nicht, sehr wohl aber einen Space Pen, den ich verlegt habe. Ich vermisse auch eine Fine Young Cannibals CD, die ich im jugendlichen Leichtsinn hergeborgt habe.
Ich vermisse aber auch wenige Menschen, meinen Vater zum Beispiel. Aber den habe ich nie verloren.

Labels:

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]

<< Startseite