Like A Virgin
Einen weiteren Grund, warum man Berlin einfach lieben muss, habe ich heute Morgen auf N24 erfahren: das heute Abend in Berlin stattfindende Madonna-Konzert ist nicht ausverkauft!
Abgesehen davon, dass eine knapp bekleidete ältere Dame kein sehr schöner Anblick ist, ist es äußerst langweilig, jemand beim Ignorieren des Älterwerdens zuzusehen. Prince tritt ja auch schon längst nicht mehr in Tanga und Strapsen auf.
Ein weiterer Grund, warum man ein Madonna-Konzert leicht traumatisiert verlassen wird, ist die eigenartige politische Botschaft, die sie auf der großen Videowand den Besuchern aufdrängt. Ich habe nichts gegen Barack Obama, ganz im Gegenteil, aber wenn ich ein Popkonzert besuche wünsche ich von Politik verschont zu bleiben. Wenn Künstler glauben, sie müssten ihre politischen Ansichten zusammen mit ihrer Arbeit unter das Volk bringen, kommt immer etwas Schreckliches dabei heraus. Alfred Dorfer hat das ja mehrfach bewiesen. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Künstler sich politisch äußern, solange sie es abseits ihrer künstlerischen Tätigkeit tun. Wie man das richtig macht, zeigt George Clooney.
Wenn ich an Madonna denke, fällt mir immer der junge Mann ein, den ich oft in der Straßenbahn gesehen habe. Er trug immer einen Walkman und hörte Madonna. Dazu hat er laut und natürlich falsch mitgesungen. Besonders schlimm war damals seine Darbietung von Like A Virgin, die dafür alle im Zug sichtbar amüsiert hat.



